Eine einfache und kostenlose Möglichkeit wird gesucht, der eigenen Lerngruppe Material bereit zu stellen? Es besteht keine eigene Schulhomepage? MS Teams oder Mebis scheint für die Kleinen zu schwer oder zu kompiziert zu sein? Dann könnte ein Padlet die richtige Lösung sein. Hier wird gezeigt, wie man als Lehrkraft dieses Tool nutzt.
Padlet ist eine in der Basisvariante kostenlose Plattform, bei der sich Materialien, Videos und kollaborative Elemente für die eignene Lerngruppe schnell einrichten lassen.
Der größte Vorteil besteht darin, dass die Kinder nicht extra registriert sein müssen, um auf die von der Lehrkraft bereit gestellten Klassenseite zu gelangen. Ein Link reicht. Damit funktioniert es genau so einfach wie BigBlueButton und einfacher als Mebis bzw. MS Teams. Es existieren Apps für IOS und Android, ansonsten erfolgt die Nutzung über jeden modernen Browser mit aktiver Internetverbindung.
Der größte Nachteil liegt in dem Umstand, dass jedes Padlet seine Daten auf verschiedenen amerikanischen Servern speichert. Datenschutzrechtlich hat es damit gegenüber einer eigenen Schulhomepage mit Serverstandort Deutschland bzw. Europa klar das Nachsehen. Auch werden die üblichen Analysetools genutzt, denen Internetbesucher heutzutage ohnehin kaum mehr entfliehen können. Wer aber privat seinen Kindern erlaubt, auf Youtube und Co. Videos zu schauen, geht ein mindestens ebenso hohes Risiko ein. Insofern ist die Nutzung von Padlet für und mit der eigenen Lerngruppe kein Datenschutz-Verbrechen. Trotzdem ist eine informelle Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten notwendig und das Abschließen einer Auftragsdatenverarbeitung mit der Schule.
Das Portal DATENSCHUTZ-SCHULE.INFO (betrieben von Dirk Thiede, behördlicher Datenschutzbeauftragter für die Schulen im Kreis Olpe, NRW) hat das Padlet genau unter die Lupe genommen. Dort heißt es bezüglich der Einwilligung:
Eine Einwilligung der Betroffenen d.h. der Eltern oder der Schüler, bei Schülern ab Vollendung des 16. Lebensjahres der Schüler selbst, wird erforderlich, wenn Padlet im Unterricht – egal ob in der BackPack Version für Schulen oder der Pro Version für Einzelpersonen – so eingesetzt wird, dass er nicht auf schulischen Geräten in der Schule selbst erfolgt, er zu Hause erfolgen soll, und er über eine rein konsumierende Nutzung hinausgeht, von den Schüler also eine produktive Nutzung erfordert. Setzen Lehrkräfte mit Zustimmung der Schulleitung kostenlose Padlets ein, sollte ebenfalls eine Einwilligung eingeholt werden. (Quelle: https://datenschutz-schule.info/datenschutz-check/padlet-digitale-pinnwand/ - 05.02.2021)
Das Portal stellt auch einen Vorschlag für einen Einverständniserklärung im Word-Format zur Verfügung, der unter folgendem Link downloadbar ist: https://datenschutz-schule.info/wp-content/uploads/2020/04/Einwilligung-Schueler-Padlet.docx (externer Link)